Orientalischer Tanz
Kleine Information über Orientalischer Tanz - "Bauchtanz"
Bauchtanz, richtiger heißt es orientalischer Tanz, kommt von dem ägyptischen "Raks Sharqi" (gesprochen: "Raks Scharki") und das heißt übersetzt "Tanz des Ostens" bzw. orientalischer Tanz.
Der Ausdruck Bauchtanz wurde in Amerika geprägt auf der Weltausstellung 1863 in Chicago, wo das erste Mal Tänzerinnen den Tanz präsentierten. Durch die Bewegungen des Beckens und der Bauches wurde der Ausdruck Belly Dance geprägt und das bedeutet 1:1 übersetzt Bauchtanz.
Der orientalische Tanz hat eine sehr lange und interessante Geschichte, die weit durch die Jahrhunderte reicht.
Wenn wir vom orientalischen Tanz sprechen, wie wir ihn heute sehen, so hat dieser Tanz mit dem ursprünglichen Fruchtbarkeitstanz, aus dem sich der orientalische Tanz in mehreren 1000 Jahren entwickelt haben soll, nur noch die intensiven Becken- bzw. Hüftbewegungen gemeinsam.
In Münster selbst werden seit Beginn der 80iger Jahre Kurse für orientalischen Tanz angeboten.
Der Orientalische Tanz, wie er in unserer Zeit präsentiert wird, ist ein Schautanz und er wird als Kunstform gesehen. Im Orient fehlt der Tanz auf keinem Fest. Die Frauen in den arabischen Ländern identifizieren sich mit der offenen Art der Weiblichkeit und der Sinnlichkeit, was die Tänzerinnen in ihrem Tänzen ausdrücken, da die Frauen selbst durch die Religion dieses in der Öffentlichkeit nicht so ausleben können.
Den ersten Kontakt mit "Bauchtanz" haben die meisten Interessierten im Urlaub oder in Restaurants. Dort wird der orientalische Tanz als Showtanz gezeigt. Der orientalische Tanz ist allerdings mehr. Er ist auch eine Form von sportlicher Betätigung.
Das Besondere liegt in der gesunden Art der Bewegungen. Der Tanz eignet sich für jung und alt. Selbst wer sonst nicht dazugekommen ist, sich viel zu bewegen, kann mit dem orientalischen Tanz anfangen.
Die Bewegungsabläufe sind wirbelsäulenschonend und rückengerecht. Neben der Rücken- und der Bauchmuskulatur wird auch der Beckenboden besonders trainiert. Die Muskulatur wird beim Tanzen gekräftigt und durch bewegt. Der ganze Halteapparat wird gekräftigt und verändert sich zum positiven.
Neben den sportlichen und gesundheitlichen Aspekten steht beim orientalischen Tanz der Spaß an der Bewegung zu Musik im Vordergrund. Lebensfreude gewinnen und im Tanz auszudrücken ist Motivation den Tanz über einen längeren Zeitraum kontinuierlich, nicht nur als Training einmal in der Woche sondern auch zu Hause, fortzuführen.
Der Orientalische Tanz hat viele Facetten, so wird zum Beispiel mit dem Schleier, einem Stock oder sogar mit einem Schwert getanzt.
Der Schleier verhüllt und zeigt. Dieses Spiel mit den Gegensätzen macht den Tanz besonderes reizvoll.
Der Stocktanz rührt von den Stockkämpfen in den Dörfern her. Die Männer kämpften mit dem Stock um die Stellung des Dorfführers.
Der Schwerttanz hat seine Ursprünge auf den Dorfplätzen, wenn die Männer Zerstreuung suchten und die Tänzerinnen besonderes präsentierten, oder auch auf Hochzeiten, wo die Braut als Zeichen, dass sie des Mannes würdig ist, mit dem Schwert tanzte.
Der orientalische Tanz hat sich immer weiterentwickelt. So werden nun auch verschiedene Tanzarten miteinander gemischt. Der Tango wird zum Tango arab oder zum Tango orientlis und vereint das Beste aus beiden Tanzrichtungen, der Flamenco wird zum Spanisch-arabischen Tanz, auch die Mischung aus Rumba und Samba mit dem Orientalischen Tanz werden möglich. Ein Wort zum Schluss: Der Bauchtanz oder Orientalischer Tanz ist eine Kunstform wie z.B. Jazz Dance und Ballett und er ist auch Sport. Alles was sonst noch über den Tanz verbreitet wird, wie zum Beispiel der Ausdruck "Anmachtanz" ist unzutreffend und beruht auf den leider viel verbreiteten Halbwahrheiten oder falschen Informationen.